Über Yoga

Yoga im Westen

Wenn bei uns heute von Yoga gesprochen wird, verbindet man damit oft nur Körper- und Atemübungen, die der Gesundheit und Entspannung dienen. Der ursprüngliche Zweck dieser Praktiken hingegen war es, den Körper für spirituelle Erfahrungen zu stärken. Im Westen fand der Yoga grossen Anklang, als seine positiven gesundheitlichen und therapeutischen Aspekte bekannt wurden. Und wenn es sich im Yoga augenscheinlich um Körperübungen handelt, wird stets auch der Geist angesprochen. Die Übungen sind vielfältig und wirken ganzheitlich, d.h. sie bringen Körper, Geist und Seele in Einklang. Im Wechselspiel von Anspannung und Entspannung wird der Körper beweglich und kraftvoll. Die Verbindung mit dem Atem beruhigt den Geist und weckt neue Lebenskräfte. Die Wahrnehmung wird verfeinert, das Selbstvertrauen und die Zufriedenheit gestärkt und wir lernen wieder auf die kleinen, unscheinbaren Dinge des täglichen Lebens zu achten.

Der Yoga in seiner ursprünglichen Form entstand vor ca. 4000 Jahren. Seine ungebrochene Popularität ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass Yoga für viele Menschen ein begehbarer Weg zu körperlicher und geistiger Gesundheit ist, ohne dabei die direkte Zugehörigkeit zu einem bestimmten Glaubenssystem bzw. einer bestimmten Religion zu verlangen.

Yoga ist die Begegnung mit dir selbst!

Yogastile

Inzwischen hat sich der Yoga modernisiert und es gibt viele verschiedene Yogastile: sanfte, herausfordernde, dynamische , ruhige, traditionelle, modernere, spirituelle und weltliche Yogastile. Bei Ananda Yoga legen wir Wert auf die Essenz des Hatha Yoga, ohne uns spezifisch an einen bestimmten Stil zu binden - oder vielmehr noch, wir verbinden einzelne Elemente aus verschiedenen Stilen.

Geführt werden wir vom 8-fachen Yogapfad, wie ihn damals Patanjali beschrieb. Mehr dazu und weitere Infos und Tipps fürs Yoga findest du hier.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), durch Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Asanas entwickeln auf sanfte Art Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewusstsein. Blockierte Lebensenergie (Prana) wird wieder zum Fliessen gebracht und so die geistige Konzentration gefördert. Die Atemregulierung wirkt verjüngend und spiritualisierend. In der Meditation nehmen wir Abstand von den Impressionen der Sinne und kommen mit den tieferen Schichten unseres Selbstes in Kontakt.

Mit Asana beginnen wir, den Körper zu öffnen, den Atem zu „befreien“ und den Geist zu entdecken. Durch die gesteigerte Beweglichkeit in den Schultern und Hüften kann sich das Rückgrat maximal entfalten und wir schaffen den nötigen Raum für die Verlängerung des Atems. Am Anfang sind die Asanas herausfordernd, so dass Atem und Geist absorbiert sind mit der körperlichen Anstrengung. Wenn sich der Körper öffnet und stabilisiert, kann sich die Aufmerksamkeit der Atmung widmen; die Praxis verschiebt sich in Richtung Pranayama. Ein vitaler Atem in einem stabilen und offenen Körper schafft den nötigen Raum und die innere Ruhe für einen freien, achtsamen Geist und die Praxis fliesst über zur Meditation. Die Yogapraxis führt uns vom Groben (Körper) zum Feinen (Geist). Nur wenn der Körper verstanden ist, können wir zum feineren Atem übergehen. Der Atem bringt uns zum noch feineren Geist. Natürlich agieren Körper, Atem und Geist immer simultan, nur unser persönlicher Fokus verändert sich auf dem unermüdlichen Weg des Hatha Yoga.

Körper:  Asana

Wichtig bei der Ausübung der Asanas (Körperhaltungen) ist das bewusste Hineingehen, der richtige Atem, bewusstes Halten und das bewusste Auflösen. Yoga-Asanas sollen bei ihrer Ausführung immer zwei Qualitäten beinhalten: Stabilität und Wohlbefinden. Asanas dienen nicht nur körperlicher Geschmeidigkeit und vitaler Kraft, sondern auch einer guten Körperbeherrschung. Sie harmonisieren Körper und Geist. Die Asanas symbolisieren ein „Geschehenlassen“ – das Gegenteil zur üblichen Gymnastik, die auch gesund, meistens aber leistungsorientiert ist. Im Yoga geht es nicht um Leistung und Ziele, Yoga ist kein Wettbewerb. Die Yogaschüler sollten idealerweise ganz bei sich sein, evtl. sogar die Augen schliessen und sich nicht mit anderen vergleichen.

Atem:  Pranayama

Pranayama bezeichnet die Zusammenführung von Körper und Geist durch Atemübungen. „Prana“ ist eine Bezeichnung für die Lebensenergie; „Ayama“ kann mit „kontrollieren“ oder auch mit „erweitern“ übersetzt werden. Der Begriff „Pranayama“ bezeichnet also die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch Achtsamkeit und beständiges Üben. Werden die verschiedenen Übungen des Pranayama regelmässig praktiziert, wird das Atemvolumen vergrössert und der Atem immer länger und feiner.

Geist:  Vom Rückzug der Sinne zur Meditation

Wenn sich der Körper für den pranischen Atem geöffnet hat,  können wir unsere Praxis wiederum verfeinern mit Pratyahara, dem Rückzug der Sinne. Dabei geht es um die Disziplinierung der Sinne wie Geschmack, Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und des Geistes durch ein Sich-nach-innen-richten. Durch diese Internalisierung des Bewusstseins sollen Sinneseindrücke allgemein bewusster und kontrollierbarer werden.  Es handelt sich aber nicht um eine Beschränkung der Sinne, im Gegenteil soll der Geist zur Wahrnehmung von Feinheiten geschult werden, die den Sinnen sonst verborgen blieben. Der Rückzug der Sinne (Pratyahara) führt zur Konzentration (Dharana) und schliesslich zur Meditation (Dhyana).

Vinyasa Yoga

Beim Vinyasa Flow verbinden wir Bewegung und Atmung. Spielerisch hängen wir die einzelnen Asanas in einer beliebigen Abfolge aneinander – es entsteht ein dynamischer Bewegungsfluss. Dabei lernen wir, unseren Körper zu verstehen und erkennen, wohin uns die natürlichen Bewegungsimpulse als nächstes führen. Eine korrekte Ausrichtung des Körpers unter Einsatz der Bandhas bildet die stabile Basis in diesem fliessenden Yogastil. Der Rhythmus bestimmt unsere gleichmässige Atmung.

Dynamisch aber nicht hastig, herausfordernd aber nicht ermüdend – das ist Vinyasa Yoga.

Yin Yoga

Yin Yoga ist ein sanfter Übungsstil für innere Ruhe und einen harmonischen Energiefluss. Man bleibt länger in den Haltungen als im bewegten, aktiven Yoga und führt die Übungen passiv aus, d.h. die Muskeln werden dabei ganz entspannt. Der Körper wird mit Kissen und Decken gepolstert, um das Dehnen zu dosieren und das Loslassen zu erleichtern. Durch das lange Verweilen in den Haltungen lernen wir, Geduld, Ausdauer und Durchhaltevermögen zu entwickeln. Wir schulen unseren Körper, auch einmal etwas Unbequemes auszuhalten.

Das Prinzip von Yin und Yang kommt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und erklärt die zwei Gegensätze wie Passivität und Aktivität, Weiblich und Männlich, Entspannung und Anstrengung etc. Der Gegensatz einer Yin Yoga-Praxis ist also Vinyasa Yoga oder Power Yoga.

Yoga Nidra

Yoga Nidra, der „psychische Schlaf“ der Yogis, ist schon seit Jahrhunderten ein einfacher, aber wirkungsvoller Weg, Zugang zu den tieferen, unbewussten Schichten des Geistes zu bekommen. Die Praxis von Yoga Nidra bietet einen Ausgleich zum aufreibenden Alltag und hilft, in der Selbstfindung voranzuschreiten. Mit Yoga Nidra trainieren wir auch die Achtsamkeit und können das Bewusstsein steigern und „wacher“ werden. Die Entspannung wirkt auf mehreren Eben; Muskelverspannungen sowie tiefer liegende emotionale und mentale Spannungen werden ausgeglichen.

Yoga Nidra kann von jedem praktiziert werden und wird während 20 bis 45 Minuten in der Rückenlage ausgeführt. Wir üben die Wahrnehmung der einzelnen Körperteile, des Atems, der Gefühle und Empfindungen und arbeiten mit unterschiedlichen Visualisierungen. Die ganzheitliche Entspannung von Körper, Geist und Seele und das Berühren der unbewussten, tieferen Wesensschichten bereichert uns und führt zu einem besseren Verständnis der eigenen Bedürfnisse.